Das Jahrzehnt in Alben
Dieses Jahrzehnt neigt sich langsam zum Ende und wo es überall Jahres- und Jahrzentrückblicke gibt, gibts bei uns, bzw. eigentlich bei mir, einen Jahresrückblick in Alben. Jedes Jahr ein Album heißt die Devise, also jeweils das, aus meiner Sicht, beste Album des jeweiligen Jahres. Fangen wir also mal an:
2000: Radiohead – Kid A
Fangen wir mit Radioheads Meisterwerk Kid A an. Anfang des Jahrzehnts bringen die 5 aus Oxford ein Album raus, dass sowohl die Musikpresse und auch die Fans spaltet. Weg von Gitarrengetriebener Musik, hin zu Synthesizern und dem Ondes Martenot. Erst gegen Mitte des Albums hört man die ersten Gitarren und meiner Meinung nach macht dieser Mix aus Rock und elektronischen Musik dieses Album so besonders genial und definiert den neuen Weg Radioheads, den sie schon teilweise mit OK Computer eingeschlagen haben.
2001: The Shins – Oh Inverted World
Das Debütalbum der Shins „Oh Inverted World“ ist mein Album des Jahres 2001. Der Indie Sound der Band aus Albuquerque, New Mexico ist einzigartig und die erste Singleauskopplung „New Slang“ „wird dein Leben verändern“. Durch diesen Satz aus Zach Braffs Garden State habe ich die Shins für mich entdeckt und vielleicht haben sie es auch ein bisschen geschafft.
2002: Interpol – Turn On The Bright Lights
Und wieder ein Debütalbum: „Turn On The Bright Lights“ ist düster, melancholisch und erinnert etwas an den Sound von Joy Division, jedoch ohne zu kopieren. Auch hört man der Band aus New York nicht an, dass sie aus den Staaten kommen, denn ihr Sound klingt sehr britisch. Interpol klappt es, selbst mit dem nicht grade aufregenden Sound eine Atmosphäre zu schaffen, die einen packt.
2003: The Mars Volta – De-Loused In The Comatorium
2003 erschien The Mars Voltas Debütalbum „De-Loused In The Comatorium“. Ein Konzeptalbum über den Traum einer im Koma liegenden Person, die einen fehlgeschlagenen Selbstmordversuch hinter sich hat. Omar Rodriguez verarbeitet hier den Selbstmord eines guten Freunds, der sich das Leben nahm, während die Vorgängerband von The Mars Volta, At The Drive-In grade probten. Dabei ist das Album ein Mix aus Progressivem Rock und etwas Post-Hardcore. So klingen einige Songs, als könnten sie direkt von Pink Floyd stammen.
2004: Modest Mouse – Good News For People Who Love Bad News
Modest Mouse waren schon immer bekannt für ihre Albentitel. Mit „Good News For People Who Love Bad News“ bringen Modest Mouse eine Scheibe auf den Markt, die zwar massentauglicher, jedoch deshalb nicht schlechter ist: Erkennen tut man den Indie Sound von Modest Mouse immer noch. Dabei wechseln sich ruhige Songs wie „Blame It On The Tentons“ mit treibenderen („Float On“) ab und auch das Markenzeichen der Band: Das Shouten („Bury Me With It“) kommt dabei auch nicht zu kurz.
2005: Bloc Party – Silent Alarm
Dieses Jahrtausend kann als Jahrzehnt des Post-Punk Revivals gezählt werden. Mit „Silent Alarm“ lässt die Band um Kele Okereke das Musikgenre, das Ende der 70er/Anfang der 80er populär war wieder aufleben. Neben Interpol sind sie eine der großen Vertreter des neuen Post-Punks. Das zeigt auch ihr Erstlingswerk. Der klare, dünne und überlagernde Telecaster Klang ist ihr Markenzeichen und macht den Sound der Band aus. Hier und da lassen sich The Cure raushören. „Silent Alarm“ ist auf jeden Fall immer ein sehr guter Mix aus Dance, Punk und New Wave, den die Band mit den darauf folgenden Alben leider nicht mehr gerecht werden konnte.
2006: Beirut – Gulag Orkestar
Mit einer Mischung aus Balkan Folk und Indie macht Beirut auf sich aufmerksam. Sein Erstling „Gulag Orkestar“ beschäftigt sich mit einer Reise durch Europa, auch durch Deutschland, was sich z.B. auch durch die Songtitel „Prenzlauerberg“ oder „Rhineland (Heartland)“ zeigt. Hier zeigt sich auf jeden Fall, dass Zach Condon ein Gespür für diese Art von Musik hat, denn dieses macht „Gulag Orkestar“ zu einem ganz besonderen Album. Trotz dem großen Anteil des Balkan Folks klingt das Album trotzdem jung und modern.
2007: Radiohead – In Rainbows
Ein Top Album für das Jahr 2007 auszuwählen ist nicht ganz leicht, da hier die Auswahl von guten Alben sehr groß ist. Trotz starker Konkurenz wie „For Emma, Forever Ago“ von Bon Iver über „We Were Dead Before the Ship Even Sank“ von Modest Mouse und weiteren ist „In Rainbows“ irgendwie mit Abstand mein Lieblingsalbum aus dem Jahr 2007. Das mag zum einen daran liegen, dass Radiohead meine Lieblingsband ist, aber auch daran das das Album so unglaublich gut ist. Zwar ist „In Rainbows“ kein weiterer großer Schritt im Sound der Band, jedoch füllt sich das Album rundum gut an. Im Gegensatz zu den Vorgängeralben besitzt es einen relativ fröhlichen Grundton, was die weichen Arrangements von „Weird Fishes/Arpeggi“ oder „Reckoner“ als Musterbeispiel für dieses Album beweisen. Trotzdem klingt es dank dem detailreichen Sound immer noch nach Radiohead. Auf jeden Fall ist „In Rainbows“ das Album, das sich am besten zum Einstieg in diese Band eignet, da es nicht so schwierig ist, hineinzufinden.
2008: Fleet Foxes – Fleet Foxes
Auch im Jahr 2008 gab es einige sehr gute Platten, die das Auswählen eines einzigen Albums sehr schwer gemacht haben. In der engeren Auswahl standen hier „Third“ von Portishead (ein wirklich sehr gutes Album), „Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon“ von Get Well Soon und die „Fleet Foxes“ mit ihrem selbstbetitelten Album. Hier könnte jedes Album dieser drei stehen, nehmen tun sie sich nichts und trotzdem muss eins ausgewählt werden. Letztendlich habe ich mich für die Fleet Foxes entschieden. Die Band aus Seattle schafft es mit ihrem sehr folkigen Indie Rock zu begeistern. Ihr Stil lässt sich mit der psychedelischen Folkmusik der 60er und 70er vergleichen, aber auch mit zeitgenössischen Bands wie Band of Horses, The Shins oder Iron & Wine. Selbst beschreiben sie ihre Musik als “baroque harmonic pop jams”.
2009: Grizzly Bear – Veckatimest
Kommen wir nun zum letzten Jahr des Jahrzehnts. Hier hatte ich erstmal Bat For Lashes‘ „Two Suns“ für den Titel bestimmt, doch dann habe ich vor kurzem „Veckatimest“ von Grizzly Bear gekauft. Für mich, trotz der kurzen Zeit, in dem ich das Album besitze, ist es DAS Album des Jahres! Irre gut, allein schon der Opener „Southern Point“. Grizzly Bear verstehen es Folk und elektronische Musik in eine so gute Mischung zu bringen, dass ich es mir, nachdem ich etwas in Youtube gehört habe direkt kaufen musste. Einzigartig! Weitere Highlights sind: Two Weeks; While You Wait For The Others; Ready, Able und Foreground.
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Wie siehts bei euch aus? Habt ihr Lieblingsalben aus diesem Jahrzehnt, die ihr unbedingt erwähnen wollt? Dann machts hier in den Comments
Ganz spontan hast du meiner meinung vergessen:
2000: Morcheeba – Fragments of Freedom
2005: The Subways – Young for eternity
2006: (Trotz Mainstream) Arctic Monkeys – Whatever People Say I Am, That’s What I’m Not ODER RHCP – Stadium Arcadium
2007: Paramore – Riot!
Zuhause bau ich mal was vollständiges zusammen =P
Ich kann mich bei sowas nicht festlegen.